Die Begriffe „offene Standards“ oder „Open Source“ haben Sie mit Sicherheit schon mal gehört. Doch was ist Open Source überhaupt? Was bedeutet es für die Telefonie? Worin unterscheiden sich die offenen von geschlossenen Standards und welche Vorteile bringen sie mit? Wir klären auf!

Was sind offene Standards überhaupt?

VoIP-One - Offene Standards in der Telefonie

Wie der Name vermuten lässt, sind offene Standards frei zugänglich und im Bestfall direkt standarisiert, unabhängig der Hersteller. Im Einsatzfall würde das bedeuten, dass eine technische Funktionsweise eines Netzwerkprotokolls vollständig öffentlich dokumentiert ist. So können Anwender die Dokumentation und oftmals auch die Computer-Codes öffentlich einsehen.

Viele Hersteller setzen allerdings noch nicht auf offene Standards, sondern auf herstellereigene Software-Standards. Ein Beispiel ist Aastra, ein eher konventioneller Hersteller. Die Protokolle, um die Telefone an die Aastra-Telefonanlagen anzusteuern, waren nie öffentlich und auch nicht standarisiert. Wer sich für eine Aastra-Telefonanlage entschied, musste daher auch gleichzeitig Aastra-Telefone verwenden. Umgekehrt konnten Telefone von Siemens beispielsweise nicht an einer Aastra-Telefonanlage eingesetzt werden.

Viele Unternehmen arbeiten aber bereits seit einiger Zeit an einer gemeinsamen Weiterentwicklung des Standards. Zusammen werkeln die Firmen an einer Lösung, um in Sachen Standards nicht länger gegeneinander, sondern miteinander zu arbeiten. Die Energien fließen daher eher in die Problemlösung statt in die gegenseitige Abschottung.

Fakt ist, dass offene Standards keine Geheimnisse in sich tragen. Ganz im Gegenteil: Macht ein Hersteller seine Computer-Codes öffentlich, wäre es gar nicht möglich, heimlich und ohne Kunden-Wissen Daten abzuhören.

Dass offene Standards in der Telefonie funktionieren, belegt der SIP-Standard. Wer auf Telefone mit dem De-facto-Standard SIP setzt (auch als Industriestandard bekannt), kann herstellerübergreifend Telefonanlagen verschiedener Anbieter einsetzen. Übrigens ist das Thema Standard-Software nicht nur für Computernetzwerke, Internet-Telefonie und Co. von Bedeutung. Auch in der Automobilindustrie kommt der offene Standard längst zum Tragen. An Tankstellen – ganz gleich von welchem Betreiber – lassen sich alle Fahrzeuge mit Kraftstoff befüllen. 

Zusammenfassung: Geschlossene Telefonie- und Internet-Standards machen Kunden in jeder Hinsicht vom Hersteller abhängig. Hier ist vor allem ein niedriger Preiseinstieg eine große Gefahr, aber auch die Möglichkeit, dass Produktlinien spontan aus dem Programm genommen und schwer ersetzt werden können. Ist ein Produkt dagegen „offen für alles“, sind Sie als Kunde deutlich ungebundener und flexibler.

Vorteile von Standards: Open Source und geschlossenen Standards

VoIP-One - Open vs Closed Telefonie

Es gibt viele Gründe, sich bei der IP-Telefonie und in weiteren Bereichen auf offene Standards zu verlassen, statt sich durch geschlossene Standards an einen Anbieter zu binden. Nachfolgend erfahren Sie mehr über die offenen und geschlossenen Standards für Bandbreitenmanagement sowie weitere Bereiche, in denen Standards zum Einsatz kommen.

Anwendungsfragen Offene Standards Geschlossene Standards
Sind Telefone von verschiedenen Herstellern verwendbar? Ja Nein
Sind die Protokolle offen einsehbar, um eigene Anwendungen zu entwickeln? Ja Nein
Ist ein Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich, beispielsweise bei der Einstellung von Produktlinien oder bei einschneidenden Preisanpassungen? Ja Nein
Gibt es eine Nachvollziehbarkeit beim Datenaustausch? Ja Nein

Geht es beim Datennetz oder weiteren Aktivitäten um besonders innovative Funktionen, so kann es sinnvoll sein, auf geschlossene Standards eines Herstellers zu setzen. Grundlegend ist ein Open-Source-Betriebssystem oder ein Open-Source-Telefonieserver aber besser geeignet, um von einer hohen Flexibilität zu profitieren. Generell sollte der geschlossene Standard nur zur Erweiterung eines bestehenden, offenen Standards, aber nicht als kompletter Ersatz eingesetzt werden. 

VoIP-One verwendet als VoIP-Provider der Schweiz die offenen Standards SIP und HTTPS zur Ansteuerung der Telefone. Auf Basis dieser Standards haben wir einige Algorithmen entwickelt, um dem Benutzer informative Display-Anzeigen zu präsentieren.

Probleme des geschlossenen Standards in herstellereigenen Systemen

Bei einem herstellergeschlossenen System ist lediglich die Nutzung der herstellereigenen Geräte und Software erlaubt. Einige Hersteller bieten Partnerschaften zu anderen Firmen, sodass die Produktpalette ein wenig erweitert werden kann. Dennoch schränkt diese Art der System-Vorgaben stark ein.

Anbieter argumentieren für die geschlossenen Standards aufgrund der bestmöglichen Kompatibilität sowie dem Kunden-Support. Allerdings sind auch bei offenen Standards keine Kompatibilitätsprobleme zu erwarten sowie der Support wird sogar nicht nur von einem Unternehmen, sondern von einer großen Community an Anwendern „übernommen“. 

Unserer Meinung nach werden geschlossene Systeme jedoch nie vom Markt verschwinden, da sie in jedem Fall nach wie vor ihre Berechtigung am Markt haben. In einigen Fällen sind geschlossene Systeme (zumindest auf den ersten Blick) innovativer, jedoch gibt es nach und nach weitere Alternativen, die auf den offenen Standard zurückgreifen.

Unser Fazit: Konkurrenz der Hersteller belebt den Markt für die Kunden.

Standardisierung von VoIP: VoIP Open Source Standards in der Übersicht

Asterisk_LogoIm Bereich VoIP für die Schweiz gibt es verschiedene Open-Standards-Möglichkeiten. Nachfolgend eine Übersicht über die vier gängigen Optionen:

  • SIP: Diese Option hat sich auf dem Markt besonders durchgesetzt und wird demnach von der Masse am häufigsten eingesetzt. Es handelt sich um ein offenes Telefonie-Protokoll, welches die Telefone an Ihrer Telefonanlage ansteuert. Dieses Protokoll regelt unter anderem, wie lange Ihr Telefon klingelt und welche Display-Anzeige bei einem Anruf erscheint. 
  • HTML: Um Einstellungen an Ihrer Telefonanlage vorzunehmen, sind Laptop, Kabel oder spezielle Software nicht mehr nötig. Stattdessen setzen wir bei unserer VoIP-One-Verwaltungssoftware auf eine Webapplikation, die Sie auf jedem Rechner, mit jedem Betriebssystem und in jedem Webbrowser bequem ansteuern können.
  • XMPP – Instant-Messaging: Anbieter, wie Google, Facebook und auch Apple setzen für ihre Chat-Plattformen auf die XMPP-Technologie. Auch wir verwenden diesen offenen Standard. 
  • Linux-Serverdienste: Sie als Anwender haben mit dem Linux-System zwar nichts zu tun, doch „unter der Haube“ basiert unsere Telefonanlage auf einem offenen Linux-Betriebssystem. Dieses weist eine sehr hohe Stabilität auf. Außerdem sind wir der Ansicht, dass es in Zeiten der weltweiten Überwachung sinnvoll ist, tiefgehende Einblicke in den Programm-Code zu erhalten.

Open Protocol: Der VoIP-One-Kampf für offene Standards

adminsystemBereits seit den 90er Jahren halten wir an unserer Meinung fest, dass Produkte, die mit offenen Standards arbeiten, besser geeignet sind. Auch im Bereich der VoIP-telefonie sind wir der Ansicht, dass wir mit unserer Entscheidung für offene Technologien richtigliegen.

Ein Beispiel: Skype gehörte bis 2011 ganze sechs Jahre lang zu eBay, ehe Microsoft das damalige Start-up übernahm. Die Versprechungen waren groß: Natürlich sollte Skype das gleiche Produkt bleiben. Obwohl Skype ein geschlossenes System verwendete, war es bis 2011 möglich, den Skype-Account in einen SIP-Account umzuwandeln. Nur 15 Tage nach den beschwichtigenden Worten wurde diese öffentlich verfügbare Schnittstelle vom Markt genommen. [Quelle: heise.de]

Zweites Beispiel: Skype ist dennoch für viele Menschen wahnsinnig praktisch. Besonders benutzerfreundlich war bis vor kurzem die Möglichkeit, direkt über einen SmartTV z.B. von Samsung Video-Telefonate mit entfernten Bekannten zu führen. Gibt es eine einfachere Möglichkeit, um auch für ältere Generationen mittels VoIP geografische Grenzen verschwinden zu lassen? Nun ja, mit Skype für SmartTVs passierte das Gleiche, wie mit der öffentlichen SIP-Schnittstelle. Das Angebot wurde ziemlich plötzlich durch Microsoft vom Markt genommen: [Quelle: heise.de]

Drittes Beispiel: Die jüngste Nachricht erreichte uns erst vor einigen Wochen. Bis vor kurzem war es möglich, die von uns so geliebten Snom-Business-VoIP-Telefone parallel zur Einbindung mittels offenem SIP-Protokoll z.B. in eine VoIP-One Telefonanlage auch in ein Lync/Skype for Business System mittels Lync-/Skype-Protokoll einzubinden. Auch diese Integrationsmethode besteht nun leider nicht mehr.

 

Genau aufgrund solcher Beispiele sind wir motiviert, unseren Bezug zu offenen Standards fortzuführen.

  • Kundennähe: Wir möchten die Aufgabenstellungen unserer Kunden schnellstmöglich und effizient lösen können.
  • Unabhängigkeit: Wir wollen nicht von einem großen Lieferanten abhängig sein, sondern unseren Kunden stets die beste Auswahl zur Verfügung stellen.
  • Flexibilität: Für unsere Kunden möchten wir alle Möglichkeiten der Technologie nutzen können und nicht durch einen Lieferanten eingeschränkt sein.

Würden geschlossene Standards ein konkretes und einziges Problem innovativ lösen, dann kämen sie für uns infrage. Ansonsten ist es aber eher so, dass es für fast alle Situationen eine Alternative auf Basis offener Standards gibt.

projekt-ablaufOffene Standards in der Kommunikation – klare Vorteile

Im Bereich der Kommunikation gibt es zahlreiche Vorteile, die für offene Standards sprechen. Auch in Sachen Standard-Telefonqualität und Standarddatenübertragungsrate gibt es keine Nachteile, die für den Einsatz geschlossener Systeme sprechen würden. Sehen Sie nachfolgend die Vorteile, die die einzelnen Bereiche zu bieten haben:

  • Installation: Um die Installation beim Kunden einheitlich und effektiv zu gestalten, können Mitarbeiter für die offene Technologie (statt nur für einen Lieferanten) geschult werden.
  • Support: Gibt es Fragen oder Probleme, kann eine große Community dabei helfen, die jeweilige Lösung zu finden. Bei geschlossenen Technologien stehen Sie alleine da und sind auf den Support des Lieferanten angewiesen.
  • Kosten: Investitionen können in Innovationen fließen und müssen nicht für fundamentale Grundsatzentwicklungen (beispielsweise Netzwerkprotokolle) verschwendet werden.
  • Flexibilität: Mit offenen Standards lassen sich die besten Telefone von unterschiedlichen Lieferanten in nur einem System vereinen – Flexibilität pur.

Wir geben unser Bestmögliches, damit Sie nicht auf bestimmte Funktionen verzichten müssen. Sollten offene Standards diese Funktionen tatsächlich einmal nicht bieten, so greifen wir ergänzend auf geschlossene Technologien zurück.

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