Was ist ISDN - Wechsel zu VoIPDefinition und Abkürzung

Die ISDN Definition ist die Abkürzung für den komplizierten englischen Begriff “Integrated Services Digital Network“. Somit haben Sie schon einmal die Antwort auf die Frage: Was heisst ISDN? Und was bedeutet ISDN auf Deutsch? “Integriertes Sprach- und Datennetz”

ISDN war einfach erklärt der erste weit verbreitete Standard zur Digitalisierung der Telefonie. Der Umstieg vom uralten, analogen PSTN zu ISDN. Mit Digitalisierung ist hier nicht gemeint, dass die Telefonie wie bei VoIP über Internet-Leitungen lief. Es wurden weiterhin die Jahrzehnte alten 2-Draht-Kupferleitungen verwendet.

Bis zur Erfindung von ISDN wurden die Sprachsignale aber rein “analog” über die Kupferleitungen übertragen. Über ein Mikrofon am Telefon wurde die Sprache in elektrische Spannungen umgewandelt. Diese Spannungen wurden über die 2-Draht-Kupferleitungen geschickt und am anderen Ende über einen Lautsprecher wieder ausgegeben.

Mit ISDN hat sich all das geändert. Anstatt ein analoges elektrisches Signal direkt über die Leitung zu schicken, wurde die Sprache von jetzt an in digitale “Rechteck-Spannung” umgewandelt und wie bei Computer-Netzwerken wurde alles in digitale Einsen und Nullen umgewandelt.

Was sich nicht geändert hat, sind die Telefonnummern. Eine ISDN Nummer sieht genau gleich aus, wie eine analoge Telefonnummer. Analoge Rufnummern konnten auch in eine ISDN Nummer umgewandelt werden.

ISDN-Tarife haben sich nicht von den bisherigen Analog-Telefon-Tarifen unterschieden. Das ist heute beim Wechsel von ISDN zu VoIP ganz anders. Aber bei ISDN waren die Kosten für den Telefonanbieter nahezu identisch zu denen im analogen Telefonnetz. Heute bei VoIP sind auf Provider-Seite riesige Einsparungen möglich, was sich auch beim Endkunden bemerkbar macht.

Wie funktioniert ISDN?

Das Prinzip

ISDN-TelefonEin ISDN-Telefon wandelt Sprachsignale im Gegensatz zu einem Analog-Telefon nicht mehr in analoge Spannungssignale um, sondern in digitale Einsen und Nullen. Dafür benötigt ein ISDN-Telefon insgesamt 4 Leitungen. 2 zum Senden und 2 zum Empfangen.

Das ISDN-Telefon wiederum ist an den so genannten NTBA (Network Termination for ISDN Basic rate Access) angeschlossen. Der NTBA bereitet die Signale wieder so auf, dass sie digital über die nur 2-Draht-Kupferleitung ihres Telefon-Anbieters versendet und empfangen werden können.

Ein digitales Telefon, angeschlossen an einem NTBA, ist die einfachste Art einer ISDN-Installation. Zum Start gehört zu einem ISDN Telefon Set also immer auch ein NTBA. Ein ISDN Telefon kaufen können Sie auch heute noch. Seien Sie sich aber bewusst, dass das ISDN-Netz vor seiner Abschaltung steht und Sie lieber in VoIP-Infrastruktur investieren sollen.

Darüber hinaus können ISDN-Telefone auch an eine Telefonanlage angeschlossen werden. Diese ISDN-Telefonanlage wird dann wiederum an einen NTBA oder aber an ein NT angeschlossen.

Ein NT (Network Termination) macht im Prinzip das gleiche, wie ein NTBA. Allerdings ist es für grössere Anschlüsse vorgesehen, bei denen grosse Rufnummernblöcke von z.B. 100 Rufnummern betrieben werden und bei denen mehr als 2 Gesprächsleitungen benötigt werden.

ISDN Vorteile

Der Umstieg auf die digitale Telefonie brachte eine Reihe von Vorteilen mit sich.

  1. Gesprächsleitungen – Es waren neu mindestens 2 gleichzeitige Telefonate möglich über eine 2-Draht-Leitung. Beim Analog-Telefon war es nur 1.
  2. Internet-Geschwindigkeit – Die Geschwindigkeit von Internet-Anschlüssen erhöhte sich von 56k auf 64k. Bei ISDN konnte man sogar beide Gesprächskanäle bündeln und so eine Geschwindigkeit von 128k erreichen. Das war für damalige Zeiten vor DSL schon ziemlich gut.
  3. Komfort-Merkmale – Es kamen zwei Komfortmerkmale hinzu, welche bis dahin nicht möglich waren. Es handelt sich um Anklopfen und Makeln. Wenn ich bereits in einem Telefonat war, konnte ich trotzdem ein weiteres Telefonat entgegennehmen. Dieses wurde mir mit einem “Anklopf-Zeichen” akustisch angekündigt. Anschliessend konnte ich zwischen den zwei Gesprächen hin- und herswitchen. Rein technisch wäre es auch möglich, eine Dreierkonferenz zu führen, wenn das ISDN-Telefon dies unterstützt.
  4. Leichtere BedienungFunktionen wie Rufumleitungen konnten über ein ISDN-Telefon viel einfacher gemanaged werden. Hinzu kommt, dass ich eine so genannte Rufumleitung “im Amt” konfigurieren wurde. Diese hatte z.B. den Vorteil, dass ich bei einem weitergeleiteten Anruf in meinem Display direkt die Original-Rufnummer gesehen habe. Mit der Umleitung im Amt konnte ich auch Zeiten überbrücken, in denen mein ISDN-Telefon vielleicht defekt war.

ISDN Nachteile

Rein technisch gab es zum damaligen Zeitpunkt keine wirklichen Nachteile. ISDN brachte einfach eine ganze Palette an neuen Funktionen, von denen man bislang gar nicht profitieren konnte.

Ein Nachteil waren die Kosten. Das fing beim ISDN-Telefonanschluss an, welcher knapp doppelt so teuere monatliche Kosten hatte, wie ein Analog-Anschluss. Auch war die Technik in den Endgeräten aufwändiger und so war ein ISDN-Telefon teurer, als ein einfaches Analog-Telefon.

ISDN für den Internet-Zugang

ISDN für InternetDie Vorteile im Bereich ISDN waren, dass schon 1 Kanal mit 64k Übertragungsgeschwindigkeit schneller war, als die schnellste Analog-Leitung, welche bei 56k lag.

Dann kam einer der grössten Vorteile hinzu, weswegen sicherlich die meisten Menschen von Analog auf ISDN gewechselt haben. Dadurch, dass ich 2 Gesprächsleitungen zur Verfügung hatte, war ich telefonisch weiterhin erreichbar, auch wenn ich gerade im Internet war.

Man konnte das Internet mittels der so genannten Kanalbündelung noch auf 128k beschleunigen. Dabei wurden dann alle beiden ISDN Kanäle (beide Gesprächskanäle) für den Internet-Zugang genutzt. Aber vorsicht: Es fielen auch die doppelten Gesprächsgebühren an.

Ein weiterer Vorteil im Zusammenhang mit dem Internet war, dass man über eine ISDN-Karte im Computer auch direkte Standleitungen zu einem weit entfernten Computer mit einer weiteren ISDN-Karte aufbauen konnte. So konnte man Daten austauschen, ganz ohne das öffentliche Internet.

Geschichte von ISDN

ISDN in den 1980ern

Die internationale Fernmeldeunion (ITU), welche weltweit die Weiter-Entwicklung der Telekommunikation koordiniert, beschloss bereits 1970, dass die alten elektromechanischen Vermittlungsstellen, welche mit so genannten Relais funktionierten, durch eine digitale Lösung abgeschafft werden sollen.

In den 80er-Jahren erkannte man auf politischer Ebene, dass man in Europa weltweit ins Hintertreffen gelangen würde, wenn weiterhin jedes Land an seinem eigenen Standard herumbasteln würde. 1989 wurde dank der politischen Anstrengungen der für 20 europäische Länder geltende DSS1 (Euro-ISDN) Standard eingeführt.

ISDN in den 1990ern

Nachdem mit DSS1 der Grundstein gelegt war, wurden die folgenden Jahre genutzt, um Schritt für Schritt sämtliche Vermittlungsstellen, also die Schaltzentralen des öffentlichen Telefonnetzes, mit DSS1 kompatibel zu machen.

In Deutschland war 1995 das gesamte Netz soweit umgebaut, dass ISDN flächendeckend über das ganze Land verfügbar war. 1996 erfolgte dann der offizielle kommerzielle Start und das Produkt wurde vermarktet. In Deutschland gab es sogar Förderungen in Form einer Einmalzahlung von der Deutschen Telekom, wenn man sich für einen Wechsel auf ISDN entscheidet.

Die Schweiz war sogar noch wesentlich früher dran mit dem Ausbau von ISDN. Hier ging man bereits 1988 mit “Swissnet 1” an den Start. Bis 1996 telefonierten bereits 250’000 Kunden über ISDN in der Schweiz.

Massgebliche Veränderungen im Laufe der Zeit

Nachdem die Standardisierung abgeschlossen war, gab es keine nennenswerten Weiterentwicklungen mehr an der Technologie. Es waren sowohl Standards für kleine Privat-Anschlüsse, als auch Standards für grosse Anlagenanschlüsse für Unternehmen geschaffen. Eine Weiterentwicklung war in dem Sinn nicht nötig.

Der nächste Entwicklungsschritt war die VoIP-Technologie, welche sich seit ca. 2004 in der breiten Masse durchsetzt. Dieser Umstieg von ISDN auf VoIP ist nach wie vor in vollem Gange, da es sich um einen grossen Technologiewechsel handelt.

Die wichtigsten Unternehmen in der Branche

ISDN TelefonanlageDie grössten Hersteller von ISDN-Telefonanlagen waren:

Arten von ISDN

Es gibt insgesamt 3 gebräuchliche ISDN-Anschlussarten in Europa.

Dies sind im Detail:

  • ISDN-Basisanschluss (BRI) als Mehrgeräteanschluss: Dies ist der Anschluss mit einem NTBA, welchen eigentlich jeder Privatkundenhaushalt bei sich installiert hat. Von der Swisscom wird diese Anschlussart auch als “Multiline ISDN” bezeichnet.
  • ISDN-Basisanschluss (BRI) als Anlagenanschluss: Hier kommt statt einem “NTBA” ein oder mehrere “NTs” zum Einsatz. Diese Geräteart kommt in Firmen zum Einsatz und sie kann nur in Kombination mit einer Telefonanlage betrieben werden.
  • ISDN-Primärmultiplexanschluss (PRI): Der grösste verfügbare ISDN-Anschluss. Ebenfalls für Unternehmen und nur mit einer Telefonanlage zu betreiben kann man bis zu 30 parallele Telefonate führen.

Basic Rate Interface (BRI)

ISDN NTBADas Basic Rate Interface (ISDN BRI) oder auch Basisanschluss kommt bei 2 ISDN-Anschlussarten zum Einsatz.

Beim Mehrgeräteanschluss werden alle ISDN-Telefone direkt an das NTBA vom Telefonanbieter angeschlossen. Die Rufnummern der Telefone werden direkt auf den Geräten konfiguriert. Es ist keine Telefonanlage notwendig. Es können nahezu unbegrenzt viele ISDN-Telefone an den so genannten S0-Bus angeschlossen werden.

Allerdings kann ein Mehrgeräteanschluss max. 3-5 Rufnummern haben. Ausserdem sind nur 2 parallele Gespräche möglich. Ein Ausbau um mehr Gespräche ist nicht machbar.

Beim Anlagenanschluss kommen statt dem NTBA so genannte NTs (Network Termination) zum Einsatz. Sie haben eine ähnliche Aufgabe wie die NTBAs. Sie bereiten die Signale der 2-Draht-Kupferleitung auf in einen Anschluss mit 4 ISDN-Adern. Der ISDN-Stecker entspricht dem RJ45-Format, wie es auch von Computer-Netzwerk-Steckern bekannt ist. Sowohl zum NT hin, als auch der ISDN Telefonstecker sind im RJ-45-Format.

Zum ISDN RJ-45 Stecker kommt dann noch das ISDN-Kabel, welches 4 Adern hat und nicht speziell geschirmt werden muss. An NTs werden Telefone nicht direkt angeschlossen. Sie sind ausschliesslich gedacht, um Telefonanlagen daran anzuschliessen. Ein Anlagenanschluss kann nicht nur 1 NT haben sondern x beliebig viele. Reichen Ihnen 2 Gesprächsleitungen in der Firma nicht mehr aus, so mieten Sie ein zweites NT hinzu und haben 4 Gesprächsleitungen. Ihre Rufnummern laufen dabei auf allen NTs gleichzeitig auf. Dadurch ist ein Anlagenanschluss sehr flexibel.

Ein NT hat auf dem U-Bus (Verbindung zum Telefon-Provider hin) eine ISDN Spannung von 96V. Auf Geräteseite am S-Bus beträgt die ISDN Spannung 32V.

Seitdem man nicht mehr nur über ISDN direkt ins Internet gehen kann, sondern sich auch ADSL über ISDN durchgesetzt hat für den Internet-Zugang, ist neben der Telefonbuchse und dem NTBA auch noch ein ISDN Splitter vorhanden, welcher das elektrische Signal für den Internet-Zugang aufbereitet.

Primary Rate Interface (PRI)

Ein Primärmultiplexanschluss (PRI) ist ebenfalls ein Anlagenanschluss, welcher ausschliesslich dafür gedacht ist, dass Telefonanlagen an ihn angeschlossen werden.

Allerdings kommt kein NT zum Einsatz, sondern eine Art Modem. Ganz genau heisst dieses “Modem” voll ausgeschrieben “Channel Service Unit/Data Service Unit“. Dieses Gerät ermöglicht es, dass über eine 2-Draht-Kupferleitung nicht nur 2 parallele Gespräche geführt werden können, sondern sogar bis zu 30 parallele Gespräche.

Dementsprechend kommen PRI-Anschlüsse nur in Call-Centern und in grossen Firmen zum Einsatz. Damit man 30 parallele Gespräche benötigt, muss man schon einige Mitarbeiter haben.

Ein PRI-Anschluss ist um ein Vielfaches teurer, als ein BRI-Anlagenanschluss. Er kostet rund CHF 540 / Monat. Man kann also fast 11 BRI-NTs mieten, bevor sich ein PRI-Anschluss rechnet.

Always on Dynamic ISDN (AODI)

Bei AODI handelt es sich um eine relative exotische, neue ISDN-Technologie bei welcher über den so genannten D-Kanal eine Internet-Standleitung mit geringer Bandbreite (16 kbps) aufgebaut wird. Der D-Kanal ist im ISDN-Protokoll normalerweise der Steuerungskanal, über welchen z.B. eingehende Anruf signalisiert werden, die Rufnummer angezeigt wird und sämtliche andere Steuerbefehle, die in einem Anruf notwendig sind.

AODI erlaubt es nun die so genannten B-Kanäle, über welche die eigentliche Sprachübertragung stattfindet, frei zu halten. AODI wird nur für sehr schmalbandige Anwendungen genutzt, wie z.B. Text-E-Mails oder Ticker-Services.

B-ISDN

B-ISDN war ein technisches Konzept, mit welchem das langsame ISDN-Internet um ein vielfaches beschleunigt werden sollte. Genauer sollten Geschwindigkeiten zwischen 155 MBit/s und 622 MBit/s realisiert werden. Man hat aber festgestellt, dass der Ausbau der gesamten Netz-Infrastruktur viel zu teuer geworden wäre. Stattdessen haben sich DSL-, Kabel- und Glasfaser-Internet durchgesetzt, um das Internet zu beschleunigen.

ISDN Protokolle, Komponenten und Router Optionen

Layers

ISDN Vereinfachte LayerStandards

I430

Im I.430 Standard wird die physische Schicht eines Basisanschlusses (BRI) definiert. Also die Art und Weise, wie die elektrischen Signale verarbeitet werden.

I431

Im I.431 Standard wird die physische Schicht eines Primärmultiplexanschlusses (PRI) definiert. Also die Art und Weise, wie die elektrischen Signale verarbeitet werden.

T1.601

Der ANSI T1.601 Standard beschreibt die physische Schicht der amerikanischen Version des Primärmultiplexanschlusses (PRI)

ISDN E1/T1

E1 beschreibt die europäische Version des Primärmultiplexanschlusses (PRI). Es gibt zwischen der amerikanischen und der europäischen Version einige Unterschiede. Die amerikanische Version unterstützt z.B. nur 23 statt 30 parallelen Telefonaten. T1 hingegen beschreibt die amerikanische Version des Primärmultiplexanschlusses.

ISDN Protokolle

HDLC (High-Level Data Link Control)

Das HDLC-Protokoll ist im OSI-Schichten Modell in Schicht 2 angesiedelt und damit dafür zuständig, mit verschiedenen Verfahren dafür zu sorgen, dass die übertragenen Daten auch fehlerfrei beim Empfänger ankommen. Es beinhaltet zudem Mechanismen zur Fehlerkorrektur von Übertragungsfehlern.

PPP

Das Point-to-Point-Protocol ist ein Netzwerkprotokoll zum Aufbau von Verbindungen über Wählleitungen. Am weitesten verbreitet ist PPPoE (Point-to-Point-Protocol-over-Ethernet) für den Aufbau von Internet-Verbindungen über DSL. Das PPP-Protokoll kümmert sich dabei um Dinge wie die Zuweisung einer IP-Adresse und eines DNS-Servers. PPP baut direkt auf auf dem HDLC-Protokoll.

LAPD

LAPD ist das eingesetzte Protokoll, um die Funktionen vom HDLC-Verfahren im Zusammenhang mit dem bei uns üblichen D-Kanal abzuwickeln. Es gibt also mehrere Varianten vom HDLC-Verfahren und LAPD ist eine Variante davon.

ISDN User Part (ISUP)

Vermittlungsstellen und verschiedene Telefon-Provider vermitteln ihre Telefonate untereinander über das so genannte SS7-Protokoll. Der ISDN User Part ist der jenige Anteil innerhalb des SS7-Protokolls, welcher für die Übertragung von ISDN-spezifischen Datenverkehr verwendet wird.

DSS1 (ETSI “Euro-ISDN”, auch in vielen nicht-europäischen Ländern genutzt)

Im DSS1 (Digital Subscriber System No. 1) wird ein Standard zur Nutzung des so genannten D-Kanals als Steuerungskanal für ISDN-Verbindungen definiert. Der Standard definiert gesamthaft die ersten 3 Schichten im OSI-Modell für den ISDN-Verbindungsaufbau. Es ist der physische/elektronische Verbindungsaufbau genau so definiert, wie das Zustandekommen einer Sprachverbindung und auch das Beenden eines abgeschlossenen Gesprächs.

ETS 300 Spezifikation nach ETSI

Im ETS 300 Rahmenwerk hat das ETSI (European Telecommunications Standards Institute) die genauen Standards für den europäischen Primärmultiplexanschluss (PRI) definiert.

NI-1 (US National ISDN Phase 1)

NI-1 ist das amerikanische Äquivalent zum europäischen DSS1-Standard. Es wird also standardisiert, wie genau Verbindungen über das ISDN-Netz gesteuert werden. Wie die elektronische Steuerung abläuft, wie ein Anruf auf- und abgebaut wird usw.

NI-2 (US National ISDN Phase 2)

Der NI-2 Standard ist eine verbesserte Version des NI-1 Standards.

4ESS (Lucent 4ESS spezifisches Protokoll definiert in AT&T TR 41459)

4ESS ist neben DSS1 (Europa) und NI-1 (USA) ein weiterer Standard für den ISDN Verbindungsaufbau. Das Protokoll stammt vom amerikanischen Telekommunikationsriesen AT&T und ist ausschliesslich für Primärmultiplexanschlüsse (PRI) vorgesehen.

INS-NET 64/1500 (Japanese national/NTT carrier-specific protocol)

INS-NET 65/1500 ist das ISDN-Verbindungssteuerungsprotokoll in Japan. Auch dieses ist wieder ein Äquivalent zum europäischen DSS1 und zum amerikanischen NI-1.

DACS (Genutzt in Grossbritanien durch die British Telecom als nicht-standardisierte Form des D-Kanals)

In grossen Städten hatte man lange Zeit das Problem, dass nicht mehr genügend Kupferleitungen vorhanden waren, um alle Häuser mit einem Telefon-Signal zu versorgen. Um diesem Problem zu begegnen, wurden elektronische Methoden entwickelt, um 2 Verbindungen über eine Kupferleitung aufzubauen.

Diese Technologie wurde von der British Telecom unter dem Namen DACS entwickelt. Später löste ISDN genau das gleiche Problem. Trotzdem werden die alte “Pair Gain” (Paarverstärkung) Technologie und die modernen ISDN-Anschlüsse in Großbritannien bis heute häufig unter dem gleichen Synonym DACS zusammengefasst. In Wahrheit handelt es sich aber um 2 unterschiedliche Technologien.

QSIG

QSIG ist ein Protokoll, welches dem DSS1-Protokoll sehr ähnlich ist und prinzipiell auch kompatibel damit ist. QSIG wird nicht verwendet, um Telefone vom Endverbraucher mit der Vermittlungsstelle des Telefon-Providers zu verbinden. Stattdessen ist das Protokoll dafür gedacht, mehrere Telefonanlagen untereinander zusammenzuschalten.

Q.931

Das Q.931-Protokoll befindet sich in Schicht 3 des OSI-Modells. Es ist zuständig für die Signalisierung, den Aufbau und den Abbau von Gesprächsverbindungen.

FTZ 1 TR 6 (Veraltetes Deutsches Protokoll)

FTZ 1 TR 6 ist das deutsche Vorgängerprotokoll vom heutigen DSS1. Es hat also die Standards für die Kommunikation auf dem so genannten D-Kanal innerhalb einer ISDN-Verbindung festgelegt. Erstmals eingesetzt wurde es 1989. Im Jahr 2006 wurde es vollständig durch DSS1 ersetzt.

VN2/VN3/VN4 (Veraltete Französische Protokolle)

VN2/VN3/VN4 bezeichneten 3 aufeinanderfolgende Versionen des französischen Protokolls zur Verbindungssteuerung. Analog zum europäischen DSS1-Standard.

ISDN Komponenten

Terminal Equipment (TE)

ISDN TelefonAls Terminal Equipment (TE) bezeichnet man jegliches Endgerät, welches an einen ISDN-Bus angeschlossen wird. Der ISDN-Bus wird zur Verfügung gestellt entweder direkt vom Telefonanbieter über einen so genannten NTBA oder aber über eine Telefonanlage.

Der ISDN-Bus an den alle ISDN-Endgeräte angeschlossen werden, wird als S-Bus bezeichnet. ISDN-Geräte sind fast ausnahmslos ISDN-Tischtelefone, ISDN-Schnurlostelefone (ISDN DECT-Telefon) und ISDN-Karten in PCs, welche für den Internet-Zugang verwendet werden.

Ein ISDN-Modem hat man in der Praxis kaum vorgefunden. Die ISDN-Karten in den PCs waren der hauptsächliche Weg ins Internet. Ausserdem konnten sie ein ISDN Fax abbilden. Alle anderen Geräte, wie z.B. Hardware-Faxgeräte, Türsprechanlagen, Frankiermaschinen und Modems in Fabrikmaschinen wurden bis zum Schluss fast ausschliesslich weiterhin mit Analog-Technik betrieben. Aus dem Grund wurde für den Anschluss dieser Geräte eine Telefonanlage benötigt, welche wieder Analog-Anschlüsse zur Verfügung gestellt hat.

Für den Internet-Zugang in Kombination mit DSL gibt es heute auch komplexe WLAN Router mit ISDN. Das bekannteste Produkt ist vermutlich die FRITZ!Box. Sie bieten WLAN, Router, ISDN und Telefonanlage. Diese Geräte können sowohl an den ISDN-Anschluss, als auch an den DSL-Anschluss angebunden werden.

Auf der Gegenseite können als Telefone auch ISDN-Telefone an die Box angeschlossen werden und man erhält neben dem WLAN Router auch noch gewisse Telefonanlagen-Funktionalitäten. Auch ein Wandler von ISDN auf Analog ist in der Box enthalten. Man erhält also ISDN, Modem, Router und Analog-Anschluss in einem einzigen Gerät.

Network Termination (NT) Equipment

Als Network Termination (NT) Equipment wird die Gegenseite zu den ISDN-Telefonen bezeichnet. Also der eigentliche ISDN-Bus. NT-Schnittstellen werden also typischerweise entweder direkt vom Telefon-Provider am NTBA oder aber an Telefonanlagen zur Verfügung gestellt. Jede Buchse, an welcher man ein ISDN-Telefon betreiben kann, wird als NT Equipment bezeichnet.

Es gibt Ausführungen im BRI-Mode (Basic Rate Interface) und Ausführungen im PRI-Mode (Primary Rate Interface). PRI-Mode-Buchsen kommen typischerweise zum Einsatz, wenn man mehrere Telefonanlagen koppeln möchte. BRI-Mode Buchsen für alles andere.

Der Nachteil aus ISDN-Zeiten ist, dass pro BRI-Buchse bzw. ISDN Port nur 2 parallele Telefonate möglich waren. Hat man mehr Telefonate führen wollen, musste man seine Telefonanlage mit teuren zusätzlichen Schnittstellenkarten ausrüsten, um weitere Buchsen zur Verfügung zu haben. Nicht nur, dass dieses Verfahren sehr teuer war. Es war auch noch wahnsinnig unflexibel. Denn man konnte nicht beliebig viele Schnittstellenkarten nachrüsten. Irgendwann war Schluss und man musste eine komplett neue, grössere Telefonanlage kaufen.

All diese Nachteile sind dank VoIP Vergangenheit.

Terminal Equipment Type 1 (TE1) Geräte

Als TE1-Geräte bezeichnet man ISDN-Telefone, welche direkt an den ISDN S-Bus angeschlossen werden können und direkt via ISDN-Protokoll kommunizieren.

Terminal Equipment Type 2 (TE2) Geräte

Als TE2-Geräte bezeichnet man Geräte, welche über kleine Telefonanlagen/Terminal Adapter/Analogwandler an den ISDN S-Bus angeschlossen wurden. Es handelt sich also eigentlich um analoge Endgeräte, welche mittels Analogwandler ISDN-fähig gemacht werden.

Terminal Adapter (TA)

Wie zuvor erwähnt, besteht die Möglichkeit, analoge Endgeräte an den ISDN S-Bus anzuschliessen. Dafür benötigt man allerdings einen Analog-ISDN-Wandler. Dieser Wandler wird auch als Terminal Adapter oder ISDN Adapter bezeichnet.

Network Termination (NT)

Das NT ist ein Gerät, welches Sie von Ihrem Telefon-Provider erhalten. Es wird an Ihrem Hausanschluss, der alten analogen 2-Drahtleitung angeschlossen. Das Gerät kommuniziert mit der Vermittlungsstelle auf der anderen Seite beim Provider und macht so aus der analogen Kupferleitung die digitale ISDN-Leitung. Dafür haben Sie dann am NT auch zwei ISDN-Buchsen, an welche Sie bei einem Mehrgeräteanschluss direkt Ihre ISDN-Telefone anschliessen können. Bei einem Anlagenanschluss wird an die Buchsen des NTs die Telefonanlage angeschlossen.

In der Schweiz gibt es mit dem Gerät “ISDN-NT1+2ab” der Swisscom noch eine spezielle Form eines NTs, bei welchem direkt noch 2 analoge Telefonanschlüsse integriert sind. So haben Kunden die Möglichkeit alte Analog-Telefone weiterzuverwenden, auch ohne eine zusätzliche Telefonanlage anschaffen zu müssen. In Deutschland gab es ein solches Gerät für ISDN von der Telekom leider nicht.

    ISDN Beispiel-Anruf im Call-Flow

    In der nachfolgenden Grafik wird ausführlich der Ablauf einer ISDN-Connection zwischen zwei Teilnehmern dargestellt.

    ISDN Call FlowWarum zu VoIP wechseln?

    In diesem Artikel haben Ihnen eine umfangreiche ISDN Erklärung aufgezeigt und Sie über dessen Komponenten und seine Funktionsweise informiert. Unserer Meinung nach ergibt sich aus einem Grossteil der Informationen bereits von sich aus die Erkenntniss: Ein Wechsel zu VoIP bringt einen Haufen Vorteile mit sich.

    Gerne möchten wir nochmals einige dieser Vorteile aufführen, sollten Sie sich unsicher sein, warum die VoIP-Technologie besser ist, als ISDN.

    1. Einheitliches, weltweit standardisiertes Protokoll SIP (Session Initiation Protokoll): Wie wir gelernt haben, hat ISDN eine schier nicht überblickbare Menge an Protokollen und Protokoll-Varianten, die je nach Land unterschiedlich sind. Bei VoIP gibt es heute nur noch ein Protokoll in der Praxis und das ist SIP. Das bedeutet, Sie können von Geräteherstellern auf der ganzen Welt Waren beziehen und in Ihr VoIP-System einbinden.
    2. Software statt Schnittstellen: Wie wir gelernt haben, wurden ISDN-Telefone über bestimmte Hardware-Schnittstellen angeschlossen. Es mussten 2 Verkabelungen im Haus sein. Die ISDN-Anschluss-Verkabelung und eine für Computer. Bei VoIP läuft alles über das bestehende Computer-Netzwerk. Es müssen keine teuren neuen Schnittstellenkarten gekauft werden, wenn neue Telefone angeschafft werden. Eine Telefonanlage für 10 Benutzer kann meist auch auf 100 Benutzer ausgebaut werden. Man wird also unglaublich flexibel und unabhängig von teurer Spezialhardware.
    3. Auch Telefonanschluss ist im Computernetz: Wir haben gesehen, dass es zahlreiche unterschiedliche Varianten von ISDN-Telefonanschlüssen gibt. Diese Anschlüsse sind nicht kompatibel untereinander. Man kann nicht einfach grössere Umbaumassnahmen am ISDN-Anschluss durchführen.Bei VoIP kommt alles über einen komplett digitalen Anschluss über Ihren bestehenden Internet-Anschluss. Die Anzahl Gesprächsleitungen lässt sich jederzeit beim Telefonprovider anpassen, ohne dass Hardware gewechselt werden muss. Bei VoIP-One ist die Anzahl Gesprächsleitungen sogar unbegrenzt. Über ein VoIP-Gateway mit ISDN-Anschluss können auch alte ISDN-Telefone an moderne VoIP-Telefonanschlüsse angeschlossen werden. Gleiches gilt für VoIP-Gateways mit ISDN-Anlagenanschluss. Darüber lässt sich eine ganze ISDN-Telefonanlage an den VoIP-Anschluss anschliessen. Am meisten profitieren Sie aber von all den neuen VoIP Funktionsmerkmalen, wenn Sie komplett wechseln von ISDN auf ein IP-Telefone.
    4. Ferndiagnose statt Vor-Ort-Techniker: Geht an einem ISDN-Anschluss etwas an der Hardware kaputt, so muss ein Techniker vor Ort fahren und den ISDN-Anschluss prüfen. Bei VoIP basiert alles auf Software. Probleme können über das Internet analysiert und behoben werden. Dies beschleunigt Wartungsprozesse und spart viel Geld.
    5. Telefonnummer ortsunabhängig: Bei ISDN ist Ihre Telefonnummer physisch mit der Vermittlungsstelle gekoppelt, an welche auch Ihre ISDN-NTs angeschlossen sind. Es ist nicht denkbar in Ihrem Büro in Zürich eine Rufnummer aus New York zu betreiben. Das ist bei VoIP anders. Es gibt keine physikalische Vermittlungsstelle mit direkter Kopplung an die Kupferdrähte in Ihrem Haus mehr. Die “Vermittlungsstelle” ist virtuell.Sie können ihre Rufnummer überall hin mitnehmen. Fairerweise muss man eine kleine Einschränkung zugeben: Es gibt Länder, wie z.B. Deutschland, in denen es nicht erlaubt ist, seine bestehende Rufnummer bei einem Umzug in ein Büro an einen ganz neuen Ort mitzunehmen. Es gibt also manchmal rechtliche Regulationen. Aber die Technik erlaubt es. In der Schweiz kann ich meine Rufnummer z.B. überall betreiben. Auch wenn ich von St. Gallen nach Genf umziehe.

    Wir hoffen wir konnten Ihnen die Umstellung von ISDN auf IP-Telefonie schmackhaft machen.

     

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