Der häufigste Grund für das Scheitern von VoIP-ProjektenVoIP bringt so viele Vorteile mit sich, so dass es sich immer weiter durchsetzt. Von den Vorteilen profitieren kann man aber nur, wenn das Projekt an sich auch erfolgreich abgeschlossen wird.

In den nun bald 15 Jahren, in denen wir VoIP-Projekte umsetzen, haben wir leider auch negative Erfahrungen sammeln müssen, welche die Projekte nicht nach unseren Erfolgsmassstäben zum Ende gebracht haben. Auf diese Erfahrungen möchten wir in diesem Artikel aufmerksam machen.

Symptom 1 – Gespräche sind abgehackt

Ein häufiger Fehler äussert sich in einer schwankenden Gesprächsqualität. Gespräche sind immer wieder abgehackt. Gesprächspartner sind nicht mehr zu verstehen. Das Ganze taucht nicht unbedingt durchgehend sondern eher zufällig auf. Dieser Umstand deutet mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht auf eine schlechte Telefonanlage hin, sondern darauf, dass Ihr Interenet-Anschluss nicht für VoIP-Telefonate optimiert ist (VoIP-Readiness).

Symptom 2 – Telefone sind nicht erreichbar

Ein weiteres typisches Problem, welches auftreten kann sind Telefone, welche immer wieder nicht erreichbar sind. Dabei ist von aussen kein Muster erkennbar. Mal geht das Telefon, mal geht es nicht. In aller Regel sind ausgehende Telefonate noch durchführbar. Nur eingehende Telefonate kommen nicht an. Auch in diesem Fall ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit Ihre Firewall nicht korrekt für VoIP-Telefonate optimiert. Besonders häufig ist der Fehler bei Firewalls, welche Ihr Unternehmen mit 2 Internet-Anschlüsse gleichzeitig verbinden, um z.B. einen Backup-Anschluss zu haben. In diesem Fall ist es besonders knifflig die Firewall korrekt zu konfigurieren und ein VoIP-Spezialist sollte dringend hinzugezogen werden.

Symptom 3 – Telefonate lassen sich nicht vermitteln

Probleme können auch beim Weiterverbinden von Telefonaten auftreten. Oft ist ein Verbinden dann gar nicht möglich und das Telefonat wird einfach abgebrochen. Auch in dem Fall denken viele als Erstes an einen Fehler der Telefonanlage selbst. Grund ist hingegen fast immer ein Verlust von Datenpaketen am Internet-Anschluss dem nachgegangen werden muss. Auch hier muss die Firewall auf VoIP-Readiness überprüft werden.

Symptom 4 – Präsenzanzeige ist nicht korrekt

Spielt die so genannte Präsenzanzeige verrückt? Werden Mitarbeiter nicht korrekt als online angezeigt, obwohl sie an ihrem Platz sitzen und frei sind zum Telefonieren? Auch hier kommen in der Regel Datenpakete nicht korrekt durch und die Konfiguration Ihrer Firewall sollte geprüft werden.

Hauptursache – Firewall

Die vorigen Absätze haben es gezeigt. Das sensibelste Element in einer VoIP-Installation ist Ihre Firewall. Das Gerät managed den gesamten Datenverkehr zwischen Ihrem internen Netzwerk und dem Internet. Es ist dafür zuständig, dass mittels so genannter QoS (Quality of Service) Konfiguration Ihre Sprachpakete immer mit höchster Priorität gegenüber allen anderen Internet-Paketen versehen werden. Wird diese QoS-Konfiguration nicht fachgerecht durchgeführt, so kommt es zu Sprachaussetzern in Telefonaten.

Neben der QoS-Konfiguration steht der Filter der Firewall im Mittelpunkt, welcher entscheidet, welche Internet-Pakete durchgelassen werden und welche aus Sicherheitsgründen blockiert werden. Dieser Filter muss für eine funktionierende VoIP-Installation ebenfalls detailliert angepasst werden.

Kommen zwei Internetleitungen oder mehr zum Einsatz, muss noch entschieden werden, über welche der Leitungen der VoIP-Traffic zu welchem Zeitpunkt läuft. Ein Versand über beide Leitungen, wie er beim so genannten Load-Balancing zum Einsatz kommt, verträgt sich nicht mit einer VoIP-Installation. Die Folge sind ein vollständiger oder zeitweiser Ausfall der Telefonie.

Nebenursache – WLAN

Eher selten taucht noch das WLAN als Ursache für Störungen auf. Grundsätzlich ist WLAN sehr schlecht für VoIP-Telefonie geeignet. Die Bandbreite mit der Daten übertragen werden, schwankt extrem. Mit jeder Bewegung während man ein Smartphone in der Hand hat. Oder aber, wenn Personen zwischen dem Computer und dem Accesspoint hindurchlaufen. Und damit nicht genug. Auch im WLAN muss wie beim Internet-Anschluss eine QoS-Sprachpriorisierung konfiguriert werden, welche Sprachdaten vor allen anderen Daten bevorzugt. Diese Priorisierung ist im WLAN sehr schwer realisierbar und wird von den meisten Accesspoints auch gar nicht unterstützt.

Ein weiteres Problem ist der Wechsel zwischen verschiedenen Funkzellen während einem Telefonat. Ein so genanntes seamless Handover ist nur mit spezieller WLAN-Infrastruktur, welche für VoIP optimiert wurde machbar.

In der Regel kann VoIP im WLAN also nur mit spezieller VoWLAN-Infrastruktur realisiert werden, welche sehr teuer ist.

Grundvoraussetzung: Gute Zusammenarbeit

Wir haben nun also die Ursachen Firewall und WLAN und wir wissen, was zu tun ist, damit das Netz für VoIP optimiert werden kann. Warum machen wir das jetzt nicht einfach?

In der Regel sind wir schlichtweg nicht zuständig und erhalten (zurecht) keinen Zugriff. Firewall- und WLAN-Infrastruktur werden in aller Regel vom IT-Dienstleister des Kunden konfiguriert. Das absolut zurecht. Für die Firewall sollte es nur einen Hauptverantwortlichen geben. Allein schon aus Sicherheitsgründen. Es kommt jetzt also auf eine gute Zusammenarbeit an. Wir haben für diesen Fall umfangreiche Guides für die verschiedensten Firewalls angefertigt, deren Konfiguration der IT-Dienstleister so auf die Firewall des Kunden übertragen kann.

Knifflig wird es, wenn es sich um keines der Standard-Geräte handelt, mit welchen wir bereits in der Vergangenheit umfangreiche Erfahrungen gesammelt haben. Oder wenn es sich um eine exotischere Konfigurationen beim Kunden handelt, welche genauer angeschaut werden muss. In diesen Fällen wäre es optimal, wenn wir selbst auf die Firewall zugreifen dürften, um das Problem genauer zu untersuchen. Aber dies ist wie eingangs erwähnt in den meisten Fällen ausgeschlossen.

Besonders schwierig wird es nun, wenn beim IT-Dienstleister kein Verständnis dafür besteht, dass VoIP-Leitungen spezielle Konfigurationen benötigen, um einwandfrei zu funktionieren. Wenn er beispielsweise meint: Internet-Verkehr funktioniert ja. Der Fehler muss auf der Telefonanlage liegen.

Der Kunde selbst weiss nicht, wem er glauben soll. VoIP-Dienstleister und IT-Dienstleister erzählen ihm beide ihre Version der Situation.

Diese Meinungsverschiedenheiten sind nun der häufigste Grund für ein komplettes Scheitern von VoIP-Projekten. Auch mit viel gutem Willen und allem Überzeugungstalent, können wir in manchen Fällen nicht vermitteln, dass die VoIP-Technologie einigen Besonderheiten folgt, auf welche man auch besonders reagieren muss.

Bereit für Ihre neue Telefonielösung?

Lassen Sie uns wissen, wie wir Sie bei Ihrem Projekt unterstützen können.

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